Titel:

Prosagedicht

Beschreibung:  Prosagedicht ist Kompromiß aus Rhythm. Prosa und frei rhythm. Lyrik sowohl Prosa als auch Lyrik.
Autor:Florian Michahelles
english
  
ISBN: 3050044349   ISBN: 3050044349   ISBN: 3050044349   ISBN: 3050044349 
 
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Prosagedicht



1. zum Begriff
Textbeispiele:   "Winternacht",  "Ich weiß"
=> sehr verschieden, einordnung und gemeinsame Kennzeichen schwer zu finden
ethymologisch: Mischform aus Prosa und Lyrik

             Prosa                                              Lyrik
 - gerade aus gerichtete Rede (prorsus)             - komplexes ästhethisch- 
 - kunstlose Alltagsprache, Wissenschaft              sprachliches Gebilde
 - bewußter Einsatz von Wortwahl                    - an Vers und Strophen geb.
   Satzbau, Vergleichen, Bildern Stilfig.           - freier Rhythmus, fehl. Reim
 - rhythm. Prosa: Betonung von Silben
   (z.B. Werther), fließende Grenze
                                  \                    /
                                  P r o s a g e d i c h t

=> Prosagedicht ist Kompromiß aus rhythm. Prosa und frei rhythm. Lyrik
sowohl Prosa als auch Lyrik

von zwei Seiten: von Prosaischen oder lyrischen    (Tafel!)
d.h. entweder Prosatext mit eindeutiger Gedichtqualität (Ästhethik!!!)
Unterschied zur Lyrik: - fehlender Endreim
                         - keine Verstrennung
=> oft ästhethischer Wert übersehen

oder Gedicht mit Prosaqualität, bzw. reine Prosa     (Sinn???)
=>     zweipolige Spannweite:      mehr Gedicht - mehr Prosa (Tafel!)

sprachl. Expansionsdrang (Prosa was großes) durch "vorwärtsger."
=> länger als Lyrik

keine festen Eigenschaften, da es alte Traditionen brechen will
extremes Ergebnis einer revolutionären Literaturentwicklung
=> immer wieder in verwandelter und erneuter Form (s. Beispiele)

"Es gibt nicht das Prosagedicht, es gibt nur Prosagedichte"

wenig wissenschaftlich erforscht
in Öffentlichkeit kaum bekannt
Bewunderung: doch schon seit 18Jh., Höhepunkt 1.Hälfte 20.Jh.
Verbreitung: vor allem Frankreich


2. Versuch Untergliederung
Expressionismus: - Prosalyrik und Verslyrik rücken aneinander (freier R.)
                 - irrationale Erruption
                 - Selbstironie und Selbstparodie
                 - Erruption, Explosion, Ekstase, Intensität 
                   => Ideen des Expressionismuses
(Winternacht)
   Vertreter: Georg Trakl, G. Heym, Wassily Kadinsky, August Stramm...

(Herbst)
Dadaismus: - anarchistische Ideen
           - Brechen Tradition (vor allem übertreiben)
           - Parodie zum Versgedicht
           - Abwendung von eben entdeckten, übertreibenden, pathetischen
             Ausdruckskunst
           - wertvolle dadaistische Texte sind meist Prosagedichte
   Vertreter: Hans Arp, Walter Serner, Kurt Schwitters...


moderne von Kafka, Brecht, Benn u. Benjamin: (Wunsch, Indianer zu werden)
           - phantastisches Erzählgedicht und Traumbericht
           - mit Expressionismus verwandt


lyrisch-evokatives Prosagedicht: (Steht noch dahin)
           - geheimnisvoll
           - wenig gestaltgebende Qualität
           - sehr streng strukturiert (ob!!!)
   Vertreter: Max Frisch, Franz Tumler, Günter Eich, Marie Luise Kaschnitz


Erzählgedicht: (Weihnacht)
           - Geschehen verkürzt = Lyrik
           - Darstellung irrealer, sinnblinder, absurder Vorgänge (Christkind)
   Vertreter: W. Borchert, S. Lenz, Paul Celan, Günter Grass, Fr. Dürrenmatt


experimentelle Prosagedicht: (Ich weiß)
           - Sprachspiele, Experimente (weiß)
           - Minimum an Wörtern u. Regeln
           - Umkreis der konkreten Dichtung
           - politisch engagiert
   Vertreter: Max Bense, Franz Mon, H. Heisenbüttel, Hans Magnus Enzenberger


3. Kritik an Einteilung:
   - Schriftsteller schreiben vor sich her
     werden dann in Schubladen gesteckt => Entzauberung (Tradition)
   - Gemeinsamkeiten werden angehängt die nicht stimmen
   - Einteilung stimmt nicht, da Grenzen fließend (nur ausg. Gedichte)
   - nicht gefestigt, rein subjektiv
   => besser offen lassen und  frei entwickeln
   - Einteilung vielleicht schlecht, zeigt aber die breite Palette


4. Meinung zur Prosalyrik:
   - teilweise blöd, aber sehr originell
   - grenzüberschreitend, nachvorneblickend, unterhaltsam
   - abwechslungsreich, große Bandbreite
   - mangelnde wissenschaft garantiert die Nicht-Tradition und freie Entwicklung
   - vor allem Experimentelle, interessant, witzig, bewundernd Wortspiele


nun zum Höhepunkt, zum Schluß:
mit einem eigenen prosalyrische Versuch: Referat

  
Arbeitsbuch Lyrik
von Kristin Felsner,
Holger Helbig,
Therese Manz
Siehe auch:
Einführung in die Gedichtanalyse
Einführung in die Erzähltheorie
Information und Synthese: Das Drama. Theorie...
Geschichte der deutschen Lyrik
Einführung in die Dramenanalyse
Gedichte und Interpretationen: Band 3. Klassi...
 
   
 
     

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Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von Florian Michahelles zur Verfügung gestellt.
Siehe auch Homepage des Autors.

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