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Prosagedicht
1. zum Begriff
Textbeispiele: "Winternacht", "Ich weiß"
=> sehr verschieden, einordnung und gemeinsame Kennzeichen schwer zu finden
ethymologisch: Mischform aus Prosa und Lyrik
Prosa Lyrik
- gerade aus gerichtete Rede (prorsus) - komplexes ästhethisch-
- kunstlose Alltagsprache, Wissenschaft sprachliches Gebilde
- bewußter Einsatz von Wortwahl - an Vers und Strophen geb.
Satzbau, Vergleichen, Bildern Stilfig. - freier Rhythmus, fehl. Reim
- rhythm. Prosa: Betonung von Silben
(z.B. Werther), fließende Grenze
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P r o s a g e d i c h t
=> Prosagedicht ist Kompromiß aus rhythm. Prosa und frei rhythm. Lyrik
sowohl Prosa als auch Lyrik
von zwei Seiten: von Prosaischen oder lyrischen (Tafel!)
d.h. entweder Prosatext mit eindeutiger Gedichtqualität (Ästhethik!!!)
Unterschied zur Lyrik: - fehlender Endreim
- keine Verstrennung
=> oft ästhethischer Wert übersehen
oder Gedicht mit Prosaqualität, bzw. reine Prosa (Sinn???)
=> zweipolige Spannweite: mehr Gedicht - mehr Prosa (Tafel!)
sprachl. Expansionsdrang (Prosa was großes) durch "vorwärtsger."
=> länger als Lyrik
keine festen Eigenschaften, da es alte Traditionen brechen will
extremes Ergebnis einer revolutionären Literaturentwicklung
=> immer wieder in verwandelter und erneuter Form (s. Beispiele)
"Es gibt nicht das Prosagedicht, es gibt nur Prosagedichte"
wenig wissenschaftlich erforscht
in Öffentlichkeit kaum bekannt
Bewunderung: doch schon seit 18Jh., Höhepunkt 1.Hälfte 20.Jh.
Verbreitung: vor allem Frankreich
2. Versuch Untergliederung
Expressionismus: - Prosalyrik und Verslyrik rücken aneinander (freier R.)
- irrationale Erruption
- Selbstironie und Selbstparodie
- Erruption, Explosion, Ekstase, Intensität
=> Ideen des Expressionismuses
(Winternacht)
Vertreter: Georg Trakl, G. Heym, Wassily Kadinsky, August Stramm...
(Herbst)
Dadaismus: - anarchistische Ideen
- Brechen Tradition (vor allem übertreiben)
- Parodie zum Versgedicht
- Abwendung von eben entdeckten, übertreibenden, pathetischen
Ausdruckskunst
- wertvolle dadaistische Texte sind meist Prosagedichte
Vertreter: Hans Arp, Walter Serner, Kurt Schwitters...
moderne von Kafka, Brecht, Benn u. Benjamin: (Wunsch, Indianer zu werden)
- phantastisches Erzählgedicht und Traumbericht
- mit Expressionismus verwandt
lyrisch-evokatives Prosagedicht: (Steht noch dahin)
- geheimnisvoll
- wenig gestaltgebende Qualität
- sehr streng strukturiert (ob!!!)
Vertreter: Max Frisch, Franz Tumler, Günter Eich, Marie Luise Kaschnitz
Erzählgedicht: (Weihnacht)
- Geschehen verkürzt = Lyrik
- Darstellung irrealer, sinnblinder, absurder Vorgänge (Christkind)
Vertreter: W. Borchert, S. Lenz, Paul Celan, Günter Grass, Fr. Dürrenmatt
experimentelle Prosagedicht: (Ich weiß)
- Sprachspiele, Experimente (weiß)
- Minimum an Wörtern u. Regeln
- Umkreis der konkreten Dichtung
- politisch engagiert
Vertreter: Max Bense, Franz Mon, H. Heisenbüttel, Hans Magnus Enzenberger
3. Kritik an Einteilung:
- Schriftsteller schreiben vor sich her
werden dann in Schubladen gesteckt => Entzauberung (Tradition)
- Gemeinsamkeiten werden angehängt die nicht stimmen
- Einteilung stimmt nicht, da Grenzen fließend (nur ausg. Gedichte)
- nicht gefestigt, rein subjektiv
=> besser offen lassen und frei entwickeln
- Einteilung vielleicht schlecht, zeigt aber die breite Palette
4. Meinung zur Prosalyrik:
- teilweise blöd, aber sehr originell
- grenzüberschreitend, nachvorneblickend, unterhaltsam
- abwechslungsreich, große Bandbreite
- mangelnde wissenschaft garantiert die Nicht-Tradition und freie Entwicklung
- vor allem Experimentelle, interessant, witzig, bewundernd Wortspiele
nun zum Höhepunkt, zum Schluß:
mit einem eigenen prosalyrische Versuch: Referat
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